Fotostory Teil III: Abschied von SusAdi

26 01 2009

Irgendeinmal geht auch eine schöne Reise zu Ende, so am 17. Januar für SusAdi diejenige mit uns. Sie wollen noch Amman erkunden und lassen uns am Roten Meer zurück. Kommt gut nach Hause – äs het gfägt mit euch!

 

Adi, Susann, Chrigu, Franziska im Beduin Moon Village am Roten Meer

Sicht auf Rotes Meer von unserem Standplatz beim Beduin Moon Village aus





Wadi Ramm

25 01 2009

Wir nähern uns eindeutig dem ‘Höhepunktgipfel’ der gemeinsamen Reise. Nach Petra folgt mit der Wüstenlandschaft des Wadi Ramms direkt das nächste Highlight.

Nachdem man sich im professionellen Visitor Center, sehr unprofessionell und unseren Wüstenübernachtungswünschen gegenüber ziemlich uninteressiert gezeigt hat, entschliessen wir uns in das kleine Dorf Ramm weiterzufahren. Gemäss einer Empfehlung sollen dort die Preise sowieso deutlich billiger sein. Auch hier jedoch dasselbe Bild: Wir haben Mühe jemanden zu finden, der unser Geld will und als sich dann doch einer bequemt, sitzen wir geschäftstechnisch natürlich an einem ziemlich kurzen Hebel und müssen schliesslich den offiziellen Preis berappen. Hier wirkt sich die Nebensaison für einmal preistreibend aus. Wir wollen uns aber nicht beklagen, im Preis ist eine Übernachtung am Lagerfeuer unter prächtigem Sternenhimmel sowie eine wirklich einmalige Fahrt mit der ultimativsten Lotterkiste, der ich mich jemals anvertraut habe, enthalten. Spannend, ob nicht in der nächsten Kurve einer der profillosen Reifen platzt, das Sperrdifferential nach einigem Knacken noch einmal seinen Dienst tut, das Benzin nicht einfach durch den Lappen anstelle Tankdeckel entweicht, eine der nur noch mit Schnüren schliessbaren Türen abfällt oder ob das rostdurchlöcherte Chassis schlicht und einfach beim rücksichtlosen Überfahren eines Busches durch unseren Möchtegern-Rallypiloten bricht.

Das alles tritt aber alsbald in den Hintergrund beim Anblick der überwältigenden Landschaft. Die Mischung aus mit Büschen übersäten Sandwüste eingerahmt von winderodiertem Sandgebirge ist etwas vom Schönsten, was wir auf unserer Reise bisher gesehen haben. Wir entdecken enge Canyons mit verstecken Wasserlöchern, weite Ebenen mit verschiedenfarbigem Sand, erkletterbare Felsbrücken und bedauern ein bisschen, diese unglaubliche Landschaft nicht noch länger und in Ruhe entdecken zu können. Es ist sinnlos unsere Eindrücke weiter mit Worten zu beschreiben, deshalb hier einige Bilder.

 

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Petra

24 01 2009

Mit dem berühmten Petra, besuchen wir ein weiteres Highlight unserer Reise. Nun soll es ja Leute geben, die bei sogenannten Weltberühmtheiten vorsichtig sind. Petra zeigt, dass hinter grossen Namen durchaus auch Grosses stecken kann. Man stelle sich vor: Man marschiert über einen Kilometer durch die unzähligen Windungen einer kleinen, teilweise nur wenige Meter breiten Gesteinsspalte in einem Wüstengebirge und dann, nach der letzten Kurve, erblickt man die Fassade eines in den schönsten Rottönen leuchtenden in den Berg gehauenen „Tempels“ (Treasury). Besser als jeder noch so abenteuerliche Film über wundersame Schätze in verschwundenen Städten. Beim Weitergehen durch verwinkelte Schluchten und beim Erkunden der in den Berg gehauenen Treppen, entdeckt man unzählige weitere geheimnisumwitterte Anlagen, Grabstätten, ein Amphitheater, Bewässerungsanlagen, etc., die eine sagenumwobene Kultur – die Nabatäer – vor langer Zeit (ab 500 v.u.Z) aus dem weichen Sandstein gemeisselt, und dann (300 z.u.Z.) infolge Verlagerung der Handelswege verlassen hat.

 

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Was wie ein Märchen aus tausendundeiner Nacht klingt, kann hier ganz real erlebt werden und zieht uns wie schon viele vor uns, ein paar mit uns (wir waren nicht ganz alleine) und sicherlich Unzählige nach uns in seinen Bann.

Wie bei vielen schönen Dingen und wahrscheinlich allen modernen Megatouristenattraktionen, Weltwundern und dergleichen gibt es – es soll nicht verschwiegen werden – auch ein paar Kehrseiten der Medaille. Das ehemalige kleine Dörflein Wadi Musa mit ehemals einer handvoll Hotels hat sich innerhalb weniger Jahre in landestypisch ungeordneter Art und Weise zu einer Kleinstadt mit über 80 Hotels verstreut (von entwickelt, das doch auch ein wenig Ordnung und Planung impliziert, kann hier wahrlich nicht gesprochen werden), wobei die Preise umgekehrt proportional zur Freundlichkeit der Bewohner explodiert sind. Von den horrenden Eintrittspreisen fliessen nur 8% zurück in die Gegend und so gibt es im sehr grossen Gebiet für jährlich über 700’000 Touristen nur ca. 10 Mülleimer, das Resultat davon kombiniert mit der hiesigen Mentalität kann man sich vorstellen.

Eher in die Kategorie lustig hingegen passt folgende Szene: Beim steilen Aufstieg auf einen schönen Aussichtspunkt folgen uns während mindestens einer Viertelstunde eine ganze Schwar Kinder mit ihren Eselchen um uns beim leichtesten Anzeichen von Ermüdung wie schnelles Atmen, Anhalten, oder sich die Stirn abtupfen sofort ihr SENSATIONELLES Angebot für einen Eselritt zum Gipfel zuzurufen. Im Nachhinein finden wir die unzähligen Kinder mit ihren Eseln nicht mehr ganz so lustig. Die Unmenge erschöpfter Touristen mit astronomischer Kaufkraft macht das Eselführen in den Ruinen deutlich attraktiver als den Schulbesuch.

 

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Fotostory Teil II: Kreuzfahrerburgen und Natur

23 01 2009

Es reicht gerade noch vor Sonnenuntergang, den tiefen Einschnitt der Wadi Mujib Schlucht auf dem Kingshighway zu bestaunen.

Wadi Mujib-Schlucht bei Sonnenuntergang

 

Der arabische Volksheld Saladin hat die Kreuzfahrerburg Karak 1183 dem brutalen Burgherrn Renauld de Chatillon nach längerer Belagerung entrissen. Letzterer hatte angeblich die unrühmliche Angewohnheit, lästige Gefangene von der 450m hohen Burgmauer in den Abgrund werfen zu lassen. Die Burg ist sehr gut erhalten und lädt zum entdecken ein. 

Über diese Mauer hat der letzte Kreuzfahrerburgherr von Karak die unliebsamen Gefangenen werfen lassen

 

Im Dana Naturreservat vertreten wir uns die Füsse und steigen die steile anfangs-Strasse-schliesslich-Weglein in den Talboden hinunter – und wieder hinauf.

Chrigu und Susann, Dana

 

Nebst Karak besuchen wir auch Shobak, die älteste der verbliebenen Kreuzfahrerburgen Jordaniens. Das eindrücklichste an der gesamten Anlage sind die drei unterirdischen Stollen: der Schatzstollen, der sich mehrmals windet bis er schliesslich im Innern des Felsens einen kleinen Raum preisgibt; der Fluchttunnel, der einen unerkannt von der Burg via Ausgang im gegenüberliegenden Hügel entkommen liess, leider aber verschüttet und somit nicht mehr zugänglich ist; und schliesslich der  Schacht, welcher zu einem 375 steile Treppenstufen tiefer liegenden Flüsschen führt und den Burgbewohnern u.a. 18 Monate lang ermöglichte, Saladins Belagerung Stand zu halten – bis ihnen das Essen ausging.

Unser Burgführer mit zwei Schönheiten im Arm, Shobak

Unser Burgführer mit zwei Schönheiten im Arm im 375 Treppen tiefen Wasserzugangsschacht.

Unser kreativer Burgführer demonstriert an SusAdi, was im Gerichtssaal auch noch vollstreckt wurde.

Adi ereilt ein schlimmes Schicksal in ShobakSusann folgt kurz hinerher, Shobak





Alltag im antiken Jerash

22 01 2009

Die Ruinen von Jerash lassen einen den antiken Alltag so lebhaft vorstellen, dass man meinen könnte, das Politologenpaar Francisca et Aurelius sowie die madre Susanna maritus suumque einen Tag im alten Jerash begleiten zu können:

Beschwingten Schrittes schreiten die vier durch die kleine Markthalle vor dem Hadrianstor ohne sich von den zahlreichen Marktschreiern beirren zu lassen. Unter dem Hadrianstor, das 2000 Jahre später bloss noch halb so hoch sein würde, winken ihnen bereits die Veranstalter der Wagenrennen im Hippodrom zu um sie für das Abendspektakel zu gewinnen. Dankend lehnen die vier ab und laufen dem Hippodrom entlang zum südlichen Eingangstor, der nächste Durchgang in der später verfallenden Stadtmauer. Sie betreten die vibrierende Stadt und mischen sich unter die 15-20′000 Einwohner.

 

Hadrianstor, Jerash

Hadrianstor und Hippodrom, Jerash

 

Sie machen sich auf zum imposanten Artemis-Tempel, wo sie der Jagdgöttin ein Opfer bringen damit maritus Susannae einen zielsicheren Speerwurf haben wird während der Jagdsaison. Sie ahnen nicht, dass die 13m hohen Statuen des Artemis sanctuariums selbst zwei Millennia später die Besucher noch beeindrucken und den Übernamen ‘hochnäsige Säulen’ erhalten da sie zahlreichen Erdbeben erfolgreich trotzen während Jerash rundum in Brüche fällt.

Die übriggebliebenen 'hochnäsigen' Säˆulen des Artemistempels, Jerash

Aufstieg zum Artemistempel, Jerash

Während sich Susanna maritusque beim erfrischenden Wasserbrunnen an der Cardo Maximus ausruhen, begeben sich Francisca et Aurelius zum nördlichen Tetrapylon, biegen links in den Norddecumanus ein und betreten das nördliche Theater gerade noch rechtzeitig, bevor die Sitzung der Regierungsmitglieder beginnt. 

Nymphäˆum, der öˆffentliche Wasserbrunnen an der Cardo Maximus, Jerash

Nördliches Tryptichon, Jerash

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Mit knurrendem Magen verlassen sie das nördliche Theater gegen Mittag und treffen madre Susanna maritusque in der Agora, wo sie an einem der Marktstände eine Kleinigkeit essen. Später schlendern sie gemeinsam auf der von 500 Säulen gesäumten Cardo Maximus an verschiedenen kunstvoll verzierten Fassaden vorbei zum ovalen Platz. Die immensen Dimensionen (90m lang und bis zu 80m breit) und elegante Anlage des Platzes verfehlen ihre Wirkung nicht. Zutiefst beeindruckt nehmen die vier vis-à-vis des Zeustempels Platz, betrachten das lebendige Treiben und trinken einen sehr süssen, heissen Tee. Sie ahnen nicht, dass der Tempel des mächtigsten Mannes am römischen Götterhimmel später einer byzantischen Kirche weichen soll. 

Agora, Jerash

Cardo Maximus, JerashOvaler Platz vom Zeustempel her gesehen, Jerash

Gegen Abend machen sich die vier auf zum südlichen Theater gleich um die Ecke, wo sie einer Aufführung des griechischen Epos Homers beiwohnen. Die Akkustik trägt trotz der 5′000 Zuschauer jedes Wort der Odyssee zum gebannten Publikum. 

Südliches Theater, Jerash

Ungeachtet der schlechten Beleuchtung harren die Marktschreier hinter dem Hadrianstor auch zu später Stunde noch aus. Diesmal können sich drei der vier nicht mehr zurückhalten und ersteigern einige Mitbringsel für die in Helvetia zurückgebliebenen.

Drei Helvetier mit Turban