Skocjanske Jame (Slo), Krk (HR)

10 09 2008

Erste Station nach Ljubljana waren die Grotten von Skocjanske Jame, ein UNESCO-Weltnaturerbe. Die Grotten sind sogar meinem Löcherhirni unvergesslich. Immerhin noch vor den ersten Stalaktiten wusste ich auf einmal: „da war ich doch schon mal“. Nun: Zweimal besucht erinnert man sich sicherlich besser.

Weiter ging es dann schnurstracks Richtung Kroatien, das uns ausgesprochen freundlich in Form eines freundlichen Tourismus-Büros-Angestellten empfing. Als ginge es darum das Büro für eine Neuauflage zu räumen, lud er uns bei jeder tatsächlichen oder erahnten Frage noch eine weitere Hochglanzbrochure dazu. Zu seinem Entzücken konnte er dabei seine Mitgabequote zusätzlich noch durch die Abgabe der englischen und französischen Versionen vervielfachen. Dank uns, ganz klar ein heisser Kandidat für den „Auflader des Monats“.

Ein paar Kilo schwerer steuerten wir daraufhin unseren Sidi zielsicher auf einen Mini (=billig)-Campingplatz auf der Insel KRK, die fürs Schnorcheln sehr geeignet sein sollte.

Das Meer war tatsächlich wundersam blau und klar, auf dem Campingplatz allerdings eher die Lage denn der Preis billig – sprich vom blauen Meer trennten uns mind. 20 steile Gehminuten. Habe ich schon erwähnt, dass die Velos eine gute Idee waren? Nach dieser gemischten Bilanz gaben wir dann noch einem selbstgewählten Platz, dieses Mal wirklich billig und sogar direkt am Meer, eine Chance. Nun stimmten also Preis, Lage und Meer. Hingegen war ein wenig irritierend, dass die besten Plätze an der schönen, felsigen Bucht von wenig bis noch weniger bekleideten älteren Herren und einigen Damen besetzt waren. Soweit so gut, die privaten – oder hier eher öffentlichen Bekleidungsvorlieben in Ehren. Wenn aber dann so alle paar Minuten so ein Prachtsexemplar an einem vorbeischwabbelt bzw. baumelt führt das mittelfristig – d. h. im Falle von Fräne nach ca. 1.14 Sekunden zu einer „ablehnenden“ Reaktion, die sich da sie ja ev. mal Diplomatin werden will zwar öffentlich nur zurückhaltend – innerlich und dem Bekanntenkreis (also mir) gegenüber aber unverblümt und drastisch äussert. Erschwerend für das Standort-Ranking kam noch hinzu, dass uns eine örtliche Geburtstagsparty mit stundelangem kroatischem Jodel und ähnlichem Lärm beglückte. Resultat: wir haben unseren eigentlich für mehre Tage geplanten Aufenthalt auf eine Nacht verkürzt.

Weiter fuhren wir auf einem wunderschönen Küstenabschnitt ins Landesinnere Richtung Plitvicer Nationalpark. Anstelle langer Beschreibung genügen einige Bilder sowie die Feststellung, dass das Gefährlichste an dieser Strecke Unfälle infolge Landschaftsbetrachtens sei…

 

 

 

Und so kommen wir eben in dieses Dorf mit den verlassenen Häusern und dem schnellem Internet, bevor wir nun heute in den Genuss eines nächsten UNESCO Weltnaturerbe kommen werden.





Slowenien

5 09 2008

Slowenien. Es wird immer ein wenig fremder. Aber nur langsam, bis jetzt kommen wir mental ohne Probleme mit. Wir verstehen zwar nichts mehr, dafür sieht es immer noch fast wie in der Schweiz aus.

Am Mittwoch (3. September 08) besuchten wir einige schöne Seen in Slowenien. Schön, aber doch nicht sooo anders, als wir verwöhnte Schweizer es uns gewöhnt sind. Auf der Suche nach einem Plätzchen  zweifelten wir schon an der Eignung unseres Übernachtungmodells für Slowenien. Überall Verbote und – dem Vernehmen nach – Polizeikontrollen. Fast am Verzweifeln aber trotzdem noch trotzig dem Campingplatz für 45 Franken widerstehend, haben wir uns das folgende Highlight des Tages wohlverdient: Auf die Frage nach einem Standplatz wurden wir von einer Bauernfamilie gleich zum Abendessen samt Crash-Kurs Slowenisch und Familienanschluss eingeladen und für den nächsten paar Tage mit Eiern und frischer Milch ausgerüstet. Eine wirklich ausserordentliche Erfahrung und hoffentlich ein Vorgeschmack auf balkanische, türkische, arabische und persische Gastfreundschaft.

Am Donnerstag (4.September 08) fuhren wir zwecks Vermeidung der teuren Autobahnvignette auf kleinsten, schlaglochübersäten Nebensträsschen nach Ljubljana. Dort erkundigten wir gemütlich per Velo die kleine aber feine Altstadt. Anschliessend bekamen wir von einer Freundin Franziskas während eines gelungenen Abends eine spannende Führung der Stadt sowie eine Einführung in die Freuden und Leiden slowenische Politik, bevor wir vor dem Haus der Grosseltern des Freundes dieser Freundin zur Ruhe kamen.

Ganz allgemein lernen wir immer neue Dinge: So haben wir die korrekte Befüllung unserer Chemie-Toilette per Trial und Error sozusagen erriechen müssen, wobei die Error-Phase immerhin fünf die Nase strapazierende Tage dauerte. Ausserdem haben wir herausgefunden, dass unser immer stärker tropfender Abwassertank nicht ein Leck hat sondern aufgrund seines endlichen Fassungsvermögen schlicht und einfach voll war. Damit wurden unsere Überlegungen, wie wir unauffällig tropfend bis nach Serbien zu einem bezahlbaren Mechaniker kommen könnten, hinfällig. Nach dem Entleeren ist er wieder dicht.

Soli, nun habt wieder ein paar Tage Zeit zum nachlesen. Wir wünschen euch alles Gute,

Nasvidenje