Schweizer Nationalpark

5 09 2008

Nach Davos sind wir durch den Nationalpark gefahren und haben ernsthaft überlegt uns dort klammheimlich einzurichten, in Ruhe unsere Bibliothek zu lesen und ab und zu einen Eintrag über Damaskus zu erfinden. Die Gegend ist so schön, dass wir es schon eine Weile ausgehalten hätten. Weil die Wirklichkeit aber doch interessantere Geschichten verspricht als unsere Fantasie, sind wir dann doch in eurem wie auch in unserem Interesse weitergefahren.

In Müstair besuchten wir dann das dortige über 1000 jährige Kloster seines Zeichens UNESCO Weltkulturerbe und flanierten dann noch ein wenig durch das pittoreske Dörfchen. Leider wurde unser Genuss ein wenig durch die selbstgeschätzt 2000 Töffs pro Minute gemindert, die unsere Unterhaltung zeitweise zu einem Schreien, das gemütliche Spazieren zu einem hektischen von Nische zu Nische spurtenden Hindernislauf umfunktionierten. Wenn man sich dann mal für 10s in Ruhe wähnte, wurde man unweigerlich von einem der sich unhörbar von hinten anbrausenden Velorudel überrascht.





Davos

29 08 2008

Nach zwei Tagen sind wir gestern in Davos angekommen.

Die erste Nacht verbrachten wir unfreiwillig in der St. Galler Provinz, weil wir dort noch unser per Ricardo-gekauftes Zoom-Objektiv abholen mussten. Bei der Frage nach einem günstigen Schlafplatz gerieten wir an eine selten unfähige Person, die partout nicht verstehen wollte, dass wir ein nur ruhiges Plätzchen suchen und nicht ein Hotel oder einen Campingplatz. „Ja aber, darf man denn das?“ Das muss wohl der örtliche SVP-Einfluss sein. Wir rätseln über einen lokalen, belämmernden Toni Brunner-Faktor und machen uns dann morgens so schnell es mit dem Sidi halt geht aus dem Staub. Bei längerer Aufenthaltsdauer ist dieser – wie uns die beängstigenden Opferzahlen bei den letzten Wahlen vor allem auch jüngerer St. Galler zeigen, ja scheinbar ansteckbar.

Der Sidi kam schon das erste Mal ganz gehörig ins Schnaufen. Im 2. Gang muss er sich raufquälen und die Kolonne hinten dran konnte sich somit zwischen Managerstress in Zürich und Schickeria- Stress in Davos wenigstens kurzzeitig entspannen. Am schönen Seelein angekommen wollten wir die Velos für einen Ausflug um den See und ins Dorf nehmen. Allerdings dauerte das Nehmen ca. 2 Stunden weil wir auf der Suche nach dem Schlüssel den ganzen Camper auseinandernehmen, schliesslich noch Sigrists daheim in Bern aufschrecken um ihn dann eigentlich schon resigniert doch noch in einem Hosensack in den Tiefen von meiner Kleidersammlung aufzustöbern.

Davos, gemäss Werbetafel die höchstgelegene Stadt Europas ist eher ein ungeordnetes Strassendorf mit allem was die Schönen und Reichen begehren – also gar nicht so schön aber dafür überall Leute, denen man nicht zu ihrem Vorteil ansieht, dass für sie Geld noch nie ein limitierender Faktor war. Die Landschaft hingegen ist wunderbar, unser Standplatz gleich am See perfekt, das zweite Essen schon auf hohem Niveau und der gratis Internetempfang direkt im Auto praktisch.

Zum Schluss noch einige Schlagworte:

Tempo: nome mit dr Rueh. Schlafen: tüüf und gsund. WC: machnmal geruchsneutral. Kochen: eng. Stimmung: nach zeitweiligem Packkater gut. Kamera: was lange währt…





Tatsächlich…

27 08 2008

… wir fahren ab. Was einige scheinbar schon anzuzweifeln begannen, wird nun Wirklichkeit: Es geht los.

So eine Abreise auf unbestimmte Zeit gibt doch einiges zu tun und anderes haben wir uns noch selber aufgehalst. So war z. B. Fräne noch Workshopleiterin im Pfadi Bundeslager und ich bin noch auf Vorrat in der Aare schwimmen gegangen.

So gesehen ist es beinahe erstaunlich, dass wir schon jetzt tatsächlich und definitiv weg sind.

Im Gepäck haben wir neben euren besten Wünschen einen Sidi vollgestopft mit allem was man zum Leben so brauchen könnte und – uns beschleicht der Verdacht – ev. noch ein zwei Dinge darüber hinaus.

So lange haben wir gepackt, studiert, abgeklärt, angeschaut, getestet, ein- und wieder ausgeräumt, und dann natürlich noch alles farblich aufeinander abgestimmt, dass ich mir wirklich nicht vorstellen kann, wir könnten etwas vergessen haben.

Angenehmer Nebeneffekt und erklärtes Ziel ist, dass Zöllner und allfällige Wegelagerer vor lauter Ehrfurcht vor so einem perfekt eingerichteten Sidi, es nicht übers Herz bringen ein derartiges  Wunderwerk menschlicher Organisations- und Packkunst durcheinander zu bringen in dem sie z. B. die Raumharmonie durch das Entfernen oder auch nur Verrücken elementarer Mosaiksteinchen wie z. B. unserer einzelgefalteten und masspassenden Teebeutelchen in Disbalance bringen.

Deswegen sowie dank unseren wachen Augen und Ohren sowie doch auch ein kleines bisschen wegen unserer soeben eingebauten Mach-Krach-Dieb-Weg Anlage sind wir frohen Mutes zunächst einmal unversehrt durch unser wohl gefährlichstes Reiseziel, eine berüchtigte von einem autoritären Mafiosi höchstpersönlichen regierten Bananenrepublik zu gelangen.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

Chrigu & Fräne