Wir sind gut vorwärts gekommen. Nach dem teilweise erstaunlich modernen und industrialisierten Serbien fahren wir momentan durch Bulgarien. Langsam aber stetig werden die Städte ärmlicher die Schlaglöcher tiefer, und die Strassenhändler aber auch die Mercedes- und BMW-Fahrer zahlreicher. Die Menge solcher Luxuslimousinen ist unerklärlich und paradox, wenn man fälschlicherweise das allgemeine Wohlstandsniveau als Massstab nimmt. Mehr Erklärungskraft bietet leider wohl das sehr hohe Korruptionsniveau und damit einhergehend die offensichtlich ungebremste Bereicherung und Kaufkraft gewisser Kreise. Eine Einschätzung, die übrigens auch von der EU geteilt wird, hat sie doch kürzlich Bulgarien Strukturhilfen im Wert von 1.5 Milliarden Franken verweigert, weil mit dem Geld wohl eher noch mehr Mercedes gekauft – als dem Land geholfen worden wäre.
Landschaftlich sind beide Länder sehr lohnenswert. Weite Ebenen wechseln sich mit sanften Hügeln ab, am Horizont erheben sich Gebirgen im blauen Dunst. In Serbien dominieren Maisfelder und darin versteckt kleine Gärten. Bulgarien ist über lange Strecken fast unbesiedelt und erstaunlich trocken. Neben dem Wald und einigen Sonnenblumenfeldern könnte man die Landschaft als steppenartig beschreiben. In Sofja sind uns neben dem wiederum etwas chaotischeren Verkehr vor allem die monumentalen, kommunistisch angehauchten Plätze/Denkmäler und heruntergekommenen Gebäude aufgefallen. Nichts also, was uns für einen längeren Aufenthalt motiviert hätte. Und vor allem, Istanbul ruft.
Morgen fahren wir in die Türkei und sind jetzt – neben Blogschreiben – fleissig am Türkisch lernen.





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