Zur „kreativen“ Regelauslegung der Fahrer passt die kreative Geldbeschaffung der bosnischen Polizisten. Wie ihr vielleicht wisst, grenzt Bosnien während genau 9 Kilometern ans Meer, wodurch der kroatische Küstenstreifen zwischen Split und Dubrovnik unterbrochen wird. Durch diese 9km müssen also alle Touristen hindurch. Soweit die Faktenlage. Nun zur Aufgabe: Wie zapft man als Polizist diese wandelnden Devisenquellen just auf dieser kurzen Strecke an. Antwort:
1. Installiere irgendwo beim Dorfeingang, womöglich etwas versteckt, eine 40km/h Tafel. Die Länder, wo man die Geschwindigkeitsbegrenzung sinnvollerweise beachtet (oder wer ist schon mal auf italienischen Autobahnen während ca. 30km mit 10km/h gefahren?) längst hinter sich gelassen, gibt die rollende Brieftasche unbekümmert Gas.
2. Postiere dich auf dem einem Abhang folgendem Parkplatz und winke einen nach dem anderen hinaus. Hierbei ist ein Radargerät gar nicht nötig, es ist JEDER zu schnell. Die Einheimischen lasse ungestört fahren, die haben ja keine Euros an Bord. Verlange 100€ und gehe bei unerwartet grossem Verhandlungsgeschick der edlen Spender auf 30€ herunter. Damit sind dann alle zufrieden und glücklich.
P.S.: Wir tuckerten nach der diesbezüglichen Warnung auf dem vorherigen Campingplatz, zum Frust der Kroaten hinter uns, im Schneckentempo an diesem Abzockungsperpetuummobile vorbei:-)
Ansonsten haben die Polizisten leider nicht viel zu sagen. In Sarajewo werden mitten in der Nacht auf der 8km Geraden zwischen der Stadt und dem Flughafen regelmässig Rennen um sehr, sehr viel Geld veranstaltet in welche die Polizisten gemäss Befehl von oben nicht eingreifen dürfen. Das wäre ja noch, die Söhnchen der Mächtigen in ihren Freizeitvergnügungen zu beeinträchtigen! Wer möchte ihnen denn nicht die ergau… ehm verdienten kleinen Freuden des Raubkapitalismuses gönnen. Soweit ist der bosnische Rechtstaat noch nicht.





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