Wir sind nun das ganze Jordantal bis zum Toten Meer und danach weiter durch‘s Wadi Araba bis nach Aqaba gefahren und hatten dabei ausgiebig Zeit uns über die historische, geografische und politische Bedeutung dieses Landstreifens bewusst zu werden.
Wir haben die Uferpromenade von Tiberias am See Genezareth und die Lichter Jerusalems gesehen und sind von der Nähe zu diesen geschichtsträchtigen und geopolitisch äusserst bedeutenden Orten sehr fasziniert. Beeindruckend ist dabei nicht in erster Linie die geografische Nähe, sondern das Erleben/Erfahren der Dimension der ganzen Region vor dem Hintergrund des Israel-Palästinakonflikts. Sicherlich wussten wir, dass Israel und das Westjordanland nicht gross sind, aber erst hier wird uns in aller Deutlichkeit bewusst, wie ausgesprochen kleinräumig dieses so dermassen bitter umkämpfte und umstrittene Gebiet wirklich ist.
Ebenso bekannt war uns die strategische Bedeutung der Golanhöhen. Ohne die Besetzung in irgendeiner Art und Weise legitimieren zu wollen, können wir nun nachfühlen, dass Israel dieses Gebiet, von dem aus halb Nordisrael bequem überblickt – oder auch beschossen – werden kann, nur in freundlich gesinnte Händen zurückgeben will. Damit zusammenhängend und durch den Wechsel zwischen bewässerten und somit äusserst fruchtbaren Feldern und der ansonsten staubtrockenen Wüstenlandschaft eindrücklich verdeutlicht, ist die Bedeutung des Wassers und der Kontrolle seiner Quellen für alle beteiligten Staaten.

Bild: Bethany beyond the Jordan, der einzige Ort, wo man an den Jordan – infolge massive Wasserentnahme zwecks Bewässerung ein dünnes Rinnsal ohne nennenswerte Strömung – gelangen kann.
In den letzten Tagen bekommt nun die beschriebene Faszination einen schalen Beigeschmack in Form von Raketen von der einen und Bomben von der anderen Seite in Südisrael respektive dem Gazastreifen. Ich denke nicht, dass hier der Platz für eine weitere Polit-Analyse sein soll, davon haben alle Interessierten und Betroffenen mehr als genug. Nur so viel: Ich lese im Moment gerade „Weltethos für Weltpolitik und Weltwirtschaft“ von Hans Küng (Die Goldene Regel: „Was du nicht willst, dass man Dir tut, das füge auch keinem anderen zu.“) und kann den Verantwortlichen auf beiden Seiten das Buch wärmstens empfehlen.






Neueste Kommentare