Mit dem berühmten Petra, besuchen wir ein weiteres Highlight unserer Reise. Nun soll es ja Leute geben, die bei sogenannten Weltberühmtheiten vorsichtig sind. Petra zeigt, dass hinter grossen Namen durchaus auch Grosses stecken kann. Man stelle sich vor: Man marschiert über einen Kilometer durch die unzähligen Windungen einer kleinen, teilweise nur wenige Meter breiten Gesteinsspalte in einem Wüstengebirge und dann, nach der letzten Kurve, erblickt man die Fassade eines in den schönsten Rottönen leuchtenden in den Berg gehauenen „Tempels“ (Treasury). Besser als jeder noch so abenteuerliche Film über wundersame Schätze in verschwundenen Städten. Beim Weitergehen durch verwinkelte Schluchten und beim Erkunden der in den Berg gehauenen Treppen, entdeckt man unzählige weitere geheimnisumwitterte Anlagen, Grabstätten, ein Amphitheater, Bewässerungsanlagen, etc., die eine sagenumwobene Kultur – die Nabatäer – vor langer Zeit (ab 500 v.u.Z) aus dem weichen Sandstein gemeisselt, und dann (300 z.u.Z.) infolge Verlagerung der Handelswege verlassen hat.


Was wie ein Märchen aus tausendundeiner Nacht klingt, kann hier ganz real erlebt werden und zieht uns wie schon viele vor uns, ein paar mit uns (wir waren nicht ganz alleine) und sicherlich Unzählige nach uns in seinen Bann.
Wie bei vielen schönen Dingen und wahrscheinlich allen modernen Megatouristenattraktionen, Weltwundern und dergleichen gibt es – es soll nicht verschwiegen werden – auch ein paar Kehrseiten der Medaille. Das ehemalige kleine Dörflein Wadi Musa mit ehemals einer handvoll Hotels hat sich innerhalb weniger Jahre in landestypisch ungeordneter Art und Weise zu einer Kleinstadt mit über 80 Hotels verstreut (von entwickelt, das doch auch ein wenig Ordnung und Planung impliziert, kann hier wahrlich nicht gesprochen werden), wobei die Preise umgekehrt proportional zur Freundlichkeit der Bewohner explodiert sind. Von den horrenden Eintrittspreisen fliessen nur 8% zurück in die Gegend und so gibt es im sehr grossen Gebiet für jährlich über 700’000 Touristen nur ca. 10 Mülleimer, das Resultat davon kombiniert mit der hiesigen Mentalität kann man sich vorstellen.
Eher in die Kategorie lustig hingegen passt folgende Szene: Beim steilen Aufstieg auf einen schönen Aussichtspunkt folgen uns während mindestens einer Viertelstunde eine ganze Schwar Kinder mit ihren Eselchen um uns beim leichtesten Anzeichen von Ermüdung wie schnelles Atmen, Anhalten, oder sich die Stirn abtupfen sofort ihr SENSATIONELLES Angebot für einen Eselritt zum Gipfel zuzurufen. Im Nachhinein finden wir die unzähligen Kinder mit ihren Eseln nicht mehr ganz so lustig. Die Unmenge erschöpfter Touristen mit astronomischer Kaufkraft macht das Eselführen in den Ruinen deutlich attraktiver als den Schulbesuch.






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