Neue Blogadresse

4 02 2009

Dieser Blog zügelt. Für euch ändert sich nichts, ihr müsst nur eure Lesezeichen auf folgende Adresse ändern:

www.ufudervo.com/nahostreise

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Abfallentsorgungskonzept

3 02 2009

Abfallentsorgungskonzept am Beispiel der gemeinen Einkaufsplastiktüte

Die Umsetzung des nachfolgend beschriebenen Konzepts zur Entsorgung von Einkaufstüten haben wir in Variationen während unserer ganzen Reise beobachten können. Hier in Jordanien ist es uns nun gelungen durch eingehende Analyse und Beobachtung das System in seiner ganzen Komplexität zu erfassen. Im Folgenden will ich gerne versuchen euch die Grundprinzipien zu erläutern.

 

Grundvoraussetzung für die Anwendung aller nachfolgenden Tipps: KEIN UMWELTBEWUSSTSEIN. 

Tönt ganz einfach und ist dennoch für den Durchschnittsschweizer recht schwierig umzusetzen. Die Einheimischen haben hier unbestreitbare Vorteile, sind sie doch von einer diesbezüglichen Sensibilisierung während ihrer Kindheit völlig unbelastet – eine Hypothek, die für durchschnittlich sozialisierte Eidgenossen trotz typischerweise grossem Einsatz nicht wettgemacht werden kann.

Weiter hilfreich ist ausserdem der Glauben an die unbegrenzte Dreckaufnahmekapazität unseres Planeten. Dies ist allerdings eher für Schweizer relevant und für Einheimische weitgehend vernachlässigbar, weil sich letztere aufgrund den im oberen Abschnitt erläuterten Gründen kaum diesbezügliche Überlegungen machen.

 

Kommen wir nun wieder zum eigentlichen Problem, die Entsorgung:

Tipp 1: Damit man die Tüten überhaupt entsorgen kann, muss man zuerst welche haben. Geeignet zur Beschaffung des Abfallrohmaterials sind Supermärkte, ja eigentlich alle Örtlichkeiten, in denen man Ware verstauen muss. Es ist ganz einfach: Möglichst jeden Gegenstand einzeln in eine Plastiktüte abfüllen und schon verfügt man über beachtliche Entsorgungsmasse. Für Anfänger stehen meistens geübte Abpacker bereit, die zudem meistens die fortgeschrittene Technik des Verpackens schwererer Gegenstände in gleich zwei Tüten anwenden können.

Tipp 2: Die ersten Tüten können noch im Auto entsorgt werden. Hat man nämlich vorsorglich die Tüte mit den Salznüsschen gleich mit nach vorne genommen, kann sie unmittelbar nach dem Anfahren aus dem Fenster geworfen werden. Auf diese Weise hat auch die Stadt etwas vom lustigen Davonflattern. 

Tipp 3: Und nun zum entscheidenden Ratschlag. Zur Entsorgung der restlichen Tüten, fährt man am besten mit der ganzen Familie an den Strand zu einem grossen Pique-Nique. Bei dieser Gelegenheit flattern die Tüten, lässige Unachtsamkeit vorausgesetzt, zur Freude der Kinder zu Dutzenden davon und man kann ihr fröhliches Tanzen im Wind noch jahrhundertelang geniessen.

 

Viel Spass.

 

Achtung: Dieser Beitrag ist keinesfalls diskriminierend wohl aber ironisch gemeint. Es ist uns völlig bewusst, dass nicht alle Einheimischen ihren Müll liegen lassen, gemessen an den Müllbergen an jeder Ecke dürfte es jedoch eine genügend grosse Mehrheit sein, um diesen Artikel zu rechtfertigen. 





Fotostory Teil III: Abschied von SusAdi

26 01 2009

Irgendeinmal geht auch eine schöne Reise zu Ende, so am 17. Januar für SusAdi diejenige mit uns. Sie wollen noch Amman erkunden und lassen uns am Roten Meer zurück. Kommt gut nach Hause – äs het gfägt mit euch!

 

Adi, Susann, Chrigu, Franziska im Beduin Moon Village am Roten Meer

Sicht auf Rotes Meer von unserem Standplatz beim Beduin Moon Village aus





Wadi Ramm

25 01 2009

Wir nähern uns eindeutig dem ‘Höhepunktgipfel’ der gemeinsamen Reise. Nach Petra folgt mit der Wüstenlandschaft des Wadi Ramms direkt das nächste Highlight.

Nachdem man sich im professionellen Visitor Center, sehr unprofessionell und unseren Wüstenübernachtungswünschen gegenüber ziemlich uninteressiert gezeigt hat, entschliessen wir uns in das kleine Dorf Ramm weiterzufahren. Gemäss einer Empfehlung sollen dort die Preise sowieso deutlich billiger sein. Auch hier jedoch dasselbe Bild: Wir haben Mühe jemanden zu finden, der unser Geld will und als sich dann doch einer bequemt, sitzen wir geschäftstechnisch natürlich an einem ziemlich kurzen Hebel und müssen schliesslich den offiziellen Preis berappen. Hier wirkt sich die Nebensaison für einmal preistreibend aus. Wir wollen uns aber nicht beklagen, im Preis ist eine Übernachtung am Lagerfeuer unter prächtigem Sternenhimmel sowie eine wirklich einmalige Fahrt mit der ultimativsten Lotterkiste, der ich mich jemals anvertraut habe, enthalten. Spannend, ob nicht in der nächsten Kurve einer der profillosen Reifen platzt, das Sperrdifferential nach einigem Knacken noch einmal seinen Dienst tut, das Benzin nicht einfach durch den Lappen anstelle Tankdeckel entweicht, eine der nur noch mit Schnüren schliessbaren Türen abfällt oder ob das rostdurchlöcherte Chassis schlicht und einfach beim rücksichtlosen Überfahren eines Busches durch unseren Möchtegern-Rallypiloten bricht.

Das alles tritt aber alsbald in den Hintergrund beim Anblick der überwältigenden Landschaft. Die Mischung aus mit Büschen übersäten Sandwüste eingerahmt von winderodiertem Sandgebirge ist etwas vom Schönsten, was wir auf unserer Reise bisher gesehen haben. Wir entdecken enge Canyons mit verstecken Wasserlöchern, weite Ebenen mit verschiedenfarbigem Sand, erkletterbare Felsbrücken und bedauern ein bisschen, diese unglaubliche Landschaft nicht noch länger und in Ruhe entdecken zu können. Es ist sinnlos unsere Eindrücke weiter mit Worten zu beschreiben, deshalb hier einige Bilder.

 

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Petra

24 01 2009

Mit dem berühmten Petra, besuchen wir ein weiteres Highlight unserer Reise. Nun soll es ja Leute geben, die bei sogenannten Weltberühmtheiten vorsichtig sind. Petra zeigt, dass hinter grossen Namen durchaus auch Grosses stecken kann. Man stelle sich vor: Man marschiert über einen Kilometer durch die unzähligen Windungen einer kleinen, teilweise nur wenige Meter breiten Gesteinsspalte in einem Wüstengebirge und dann, nach der letzten Kurve, erblickt man die Fassade eines in den schönsten Rottönen leuchtenden in den Berg gehauenen „Tempels“ (Treasury). Besser als jeder noch so abenteuerliche Film über wundersame Schätze in verschwundenen Städten. Beim Weitergehen durch verwinkelte Schluchten und beim Erkunden der in den Berg gehauenen Treppen, entdeckt man unzählige weitere geheimnisumwitterte Anlagen, Grabstätten, ein Amphitheater, Bewässerungsanlagen, etc., die eine sagenumwobene Kultur – die Nabatäer – vor langer Zeit (ab 500 v.u.Z) aus dem weichen Sandstein gemeisselt, und dann (300 z.u.Z.) infolge Verlagerung der Handelswege verlassen hat.

 

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Was wie ein Märchen aus tausendundeiner Nacht klingt, kann hier ganz real erlebt werden und zieht uns wie schon viele vor uns, ein paar mit uns (wir waren nicht ganz alleine) und sicherlich Unzählige nach uns in seinen Bann.

Wie bei vielen schönen Dingen und wahrscheinlich allen modernen Megatouristenattraktionen, Weltwundern und dergleichen gibt es – es soll nicht verschwiegen werden – auch ein paar Kehrseiten der Medaille. Das ehemalige kleine Dörflein Wadi Musa mit ehemals einer handvoll Hotels hat sich innerhalb weniger Jahre in landestypisch ungeordneter Art und Weise zu einer Kleinstadt mit über 80 Hotels verstreut (von entwickelt, das doch auch ein wenig Ordnung und Planung impliziert, kann hier wahrlich nicht gesprochen werden), wobei die Preise umgekehrt proportional zur Freundlichkeit der Bewohner explodiert sind. Von den horrenden Eintrittspreisen fliessen nur 8% zurück in die Gegend und so gibt es im sehr grossen Gebiet für jährlich über 700’000 Touristen nur ca. 10 Mülleimer, das Resultat davon kombiniert mit der hiesigen Mentalität kann man sich vorstellen.

Eher in die Kategorie lustig hingegen passt folgende Szene: Beim steilen Aufstieg auf einen schönen Aussichtspunkt folgen uns während mindestens einer Viertelstunde eine ganze Schwar Kinder mit ihren Eselchen um uns beim leichtesten Anzeichen von Ermüdung wie schnelles Atmen, Anhalten, oder sich die Stirn abtupfen sofort ihr SENSATIONELLES Angebot für einen Eselritt zum Gipfel zuzurufen. Im Nachhinein finden wir die unzähligen Kinder mit ihren Eseln nicht mehr ganz so lustig. Die Unmenge erschöpfter Touristen mit astronomischer Kaufkraft macht das Eselführen in den Ruinen deutlich attraktiver als den Schulbesuch.

 

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